Papst Franziskus

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Ein relativ katholischer Papst

Papst Franziskus kennt seine Gefährdungen, ohne ihrer Herr zu werden.

Kisslers Konter: Papst Franziskus praktiziert einen redseligen Relativismus. Das jüngste Interview brachte es einmal mehr ans Tageslicht. So schadet er der Kirche und verwirrt die Welt

Vielleicht ist alles ganz anders. Vielleicht ist das Pontifikat von Papst Franziskus tatsächlich jener gespielte Witz, als den es auch Wohlmeinende mittlerweile wahrnehmen. Vielleicht folgte auf #Varoufake und #Verafake ein #Popefake und Jan Böhmermann hat einen argentinischen Stand-up-Comedian in den Vatikan eingeschleust. Oder hat Roberto Benigni seine Finger im Spiel?

Ach nein, vermutlich stehen die Dinge anders, schlichter: Vermutlich ist Jorge Mario Bergoglio ein exakt so machtbewusster, geschwätziger und am Katholischen relativ desinteressierter Relativierer, wie Papst Franziskus mehr und mehr erscheint.

Am Anfang war es witzig. Da betrat ein korpulenter Charmeur die pontifikale Bühne und wünschte „Guten Abend“, gerne auch „Guten Appetit“ und hatte immer ein Scherzlein auf den Lippen. Was haben wir gelacht, als Bergoglio die Ehre seiner Mutter mit Ohrfeigen verteidigen zu wollen erklärte, als er den elterlichen Klaps auf das Kleinkind pries und Katholiken einschärfte, sie müssten sich nicht wie die Karnickel vermehren. Das war ein unkonventioneller Sound nach den fein ziselierten Erwägungen des Vorgängers, des antirelativistischen Theologenpapstes Benedikt XVI.

Franziskus vergleicht den IS mit den Jüngern Jesu
 

Da war nun stattdessen einer zum obersten Brückenbauer erkoren, der halbironisch bekannte, mit „wenigen theologischen Lichtern“ gesegnet zu sein, der volkstümliche Anekdoten aus der argentinischen Heimat aneinanderreihte und immer für einen Jokus zu haben war – und für einen Satz ohne Prädikat und für noch eine rhetorische Frage und für ein weiteres und ein weiteres Ausrufezeichen:„Das spielt keine Rolle! (…) Sich respektieren, sich respektieren!“ Die Witzeleien und die grammatikalischen Halbheiten sind geblieben, doch sie sind schal und verletzend geworden. Das Pontifikat droht der Kirche zu schaden und einer Welt zu gefallen, die allem Kirchlichen skeptisch gesonnen bleibt. Franziskus stößt Katholiken vor den Kopf, ohne unter Nichtkatholiken Gläubige zu finden. Die Austrittszahlen bleiben hoch, die Mengen der Neupriester überschaubar, das außerordentliche Jahr der Barmherzigkeit, das Franziskus ausrief, lockt wenige nach Rom.

Bergoglio gibt gerne Interviews, redet gerne und lacht gerne. Interviews mit dem Papst sind von der Weltsensation zum journalistischen Alltagsgeschäft geworden; auch so relativiert man die Besonderheit des Amtes. Das Interview, das Franziskus jetzt der französischen Wochenzeitung „La Croix“ gab, räumt alle Zweifel aus: Dieser Papst ist sich für keine Albernheit und keinen Affront wider die eigene Kirche zu schade. Er buhlt wissensschütter um Beifall vor jenen Tribünen der Welt, die sich von ihm nichts versprechen.

Vom massenmörderischen Terror des „Islamischen Staates“ und dessen „Eroberungskrieg“ schlägt er eine direkte Brücke zur Sendung der Jünger durch Jesus, welche im Sinne „derselben Idee von Eroberung“ gedeutet werden könne. Die Kirche als potenzielle Terrororganisation – eine Entgleisung oder mehr?

Was mögen sich Christen, die vor fanatisierten Muslimen um ihr Leben rennen, bei dieser kontrafaktischen Zusammenballung denken? Fühlen sie sich von ihrem Oberhirten getröstet, verstanden, aufgerichtet – oder zynisch im Stich gelassen? Wer alles mit allem vergleicht, verliert den Halt, verfehlt die eigene Haltung. Was sagt es über eine Kirche aus, wenn schon deren Chef sich schwertut mit einem Bekenntnis zur Heilsnotwendigkeit Christi?

Unreflektierter Antikapitalismus
 

Auch der von Franziskus in „La Croix“ vollzogene Gleichklang von Kreuz und Kopftuch – ein Kleidungsstück das eine, Marterwerkzeug und Bekenntnissymbol das andere –, und seine relativierende Wende von den christlichen Wurzeln Europas zu den auch christlichen Wurzeln Europas entleeren die päpstliche Rede. Präziser wurde Franziskus in der Wurzelfrage nicht, Vagheit ist das Echtheitszeichen allen Plauderns. Es gehorcht dem Motto „Nichts Genaues weiß man nicht“.

Mindestens naiv, wenn nicht töricht war sodann die päpstliche These, Kriege gäbe es, „weil es Waffenproduzenten gibt“. Als ob nicht mit bloßen Händen und Steinen schon Kriege geführt worden wären, als ob nicht Benzinkanister, Knüppel, Speer beinahe ausgereicht hätten, um den Völkermord der Hutu an den Tutsi ins Werk zu setzen. Etc. pp. Ein unreflektierter Antikapitalismus führt den Papst in die Irre.

Dem Plauderer ist alles eins. Er lebt in der Situation, und jede neue Situation erzwingt neue Aufmerksamkeitstechniken. Was danach kommt, trägt der Wind davon. Franziskus zeigt sich als Protagonist einer „reinen Situationsethik“ (Robert Spaemann). So trat er nun situativ, im Kreis von Ordensfrauen, eine Debatte über die Zulässigkeit von Diakonissen in der römisch-katholischen Kirche los. Er gab abermals den theologisch Unbeleckten und regte, um dem eigenen Unwissen aufzuhelfen, eine Kommission an. Diese solle klären, was es „in der Frühzeit der Kirche“ mit den Diakonissen auf sich hatte. Ein Papst müsste indes wissen, dass diese Frage 2002 von der Internationalen Theologenkommission des Vatikans unter dem Titel „Der Diakonat: Entwicklung und Perspektiven“ breit behandelt worden ist. Will Franziskus seinen Willen zur Neubewertung gegen den damaligen Sachverstand durchsetzen? War alles nur so eben dahin gesagt, weil es schön und nett zuging bei den Frauen? Hat er keine Ahnung?

Er will nicht schwätzen – und tut es doch ständig
 

Bergoglio kennt seine Gefährdungen, ohne ihrer Herr zu werden. Ein Hauch von Tragik umspielt ihn. Keinem anderen Thema hat Franziskus von den ersten Tagen des Pontifikats eine höhere Aufmerksamkeit gewidmet als der Warnung vor Geschwätz und Gerede: „Wie viel Geschwätz gibt es doch in der Kirche! Wie viel schwätzen wir Christen doch! Die Schwätzerei – das ist doch, als ziehe man sich gegenseitig die Haut ab, nicht?“ (18. Mai 2013) „Der Tratsch spaltet die Gemeinschaft, das Geschwätz zerstört die Gemeinschaft. Sie sind die Waffen des Teufels.“ (23. Januar 2014) „Schwätzen und Klatschen ist Terrorismus, weil der, der schwätzt und klatscht, wie ein Terrorist ist, der eine Bombe wirft und dann abhaut, er zerstört: mit der Zunge zerstört er.“ (4. September 2015) „Und das Geschwätz tötet!“ (21. Januar 2016) „Wir wollen um die Gnade der Einheit für alle Christen bitten (…) und um die Gnade, uns auf die Zunge zu beißen“ – sprach Franziskus am 12. Mai 2016 morgens in Santa Marta und machte sich auf zu den Ordensfrauen. Jeder Mensch ist ein Abgrund.

In einem Fall ist Franziskus nicht relativ, sondern absolut: in seiner Priesterschelte. Priester möchte man nicht sein in diesem Pontifikat. Prügel von vorn, Prügel von hinten hält der Bischof von Rom für sie bereit. Klerikalismus ist sein schlimmstes Schimpfwort, auch nun im „La Croix“-Interview. Das Priestertum ist in päpstlicher Wahrnehmung nahe am Sadismus gebaut, da regieren leicht Zeigefinger und Drohgebärde, Herrschsucht und eine potentielle „Folterkammer“ namens Beichtstuhl. Schriller, ungerechter lässt sich die pastorale Wirklichkeit zumindest im Westen, wo eine kuschelige Eiapopeia-Verkündigung dominiert, nicht verzeichnen. Da ist es kein Wunder, dass auf vatikanischem Grund und Boden und auch in der italienischen Bischofskonferenz die Stimmung so schlecht ist wie seit den Zeiten des Risorgimento nicht mehr. Kaum jemand fühlt sich nicht brüskiert, stöhnt nicht auf, wenn dem Regiment der Launen neue Überraschungen entsprießen.

Ein Uno-Generalsekretär mit Brustkreuz
 

Robert Spaemanns Kritik an der „reinen Situationsethik“ bezieht sich auf das jüngst veröffentlichte nachsynodale apostolische Schreiben „Amoris laetitia“. Damit vollziehe Franziskus auf dem Feld von Ehe, Familie und Scheidung einen Bruch mit der Lehrtradition, deren Folgen abzusehen seien: „Verunsicherung und Verwirrung von den Bischofskonferenzen bis zum kleinen Pfarrer im Urwald. (…) Das Chaos wurde mit einem Federstrich zum Prinzip erhoben. Der Papst hätte wissen müssen, dass er mit einem solchen Schritt die Kirche spaltet und in Richtung eines Schismas führt.“ Laut Franziskus – so Spaemanns Lesart – sei die Trennlinie zwischen „objektiv sündhafter“ und „gottgefälliger Verhaltensweise“ nicht mehr absolut. Ein Papst aber, der alles verflüssigt, ist kein Fels.

Als der solchermaßen Gescholtene am 24. April dieses Jahres als Überraschungsgast bei einer „Kundgebung für soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz“ anlässlich des „Internationalen Tags der Erde“ im Park der römischen Villa Borghese aufkreuzte, erklärte er spontan und situativ: Ob jemand „dieser Religion“ oder „jener Religion“ angehöre, spiele „keine Rolle! Alle gemeinsam vorangehen, um zusammenzuarbeiten. Sich respektieren, sich respektieren!“

Nicht dass jemand so redet, wie Franziskus redet, ist das Problem – sondern dass ein Papst so redet. Und dass damit ein Papst, dem nichts über den Glauben der Apostel gehen sollte, ununterscheidbar wird in der Riege der weltlichen Herren. Wenn der „Oberste Priester der Weltkirche“ ein in weiß gewandeter Dalai Lama sein will, ein Uno-Generalsekretär mit Brustkreuz, dann werden die essenziellen Aufgaben des Papstes zu Zufälligkeiten, zu Dreingaben, an denen je nach Situation festgehalten werden kann oder nicht: die Herde zu weiden, die Menschen zu Christus zu führen.

Von Franziskus sind in diesem spirituellen Kerngeschäft keine Terraingewinne zu erwarten. Nachhaltigkeit, Demut, Berechenbarkeit und Glaubensbildung sind seine Sache nicht. Der Nachfolger wird eine spirituell ausgezehrte und verunsicherte Kirche übernehmen. Diese Tragik wird das Pontifikat des Mannes vom anderen Ende der Welt überleben.

Amoris laetitia  – Barmherzigkeit

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ausstreuen wie Helikoptergeld

Amoris Laetitia – Keine biblische Warnung vor der Sünde, keine Mahnung Christi zur Umkehr

Sündenvergebung ohne Umkehr? Barmherzigkeit ohne Bereitschaft, nach Gottes Geboten zu leben? In einem Tagespost-Interview bringt der Salesianerpater  Markus Graulich kritische Anmerkungen zum Papstschreiben Amoris laetitia vor. Graulich ist ein hochrangiger Kurienmitarbeiter im Bereich des Kirchenrechts.

Ein Gastbeitrag von Hubert Hecker.  

Der Prälat weist darauf hin, welchen Anspruch Papst Franziskus selbst an den Text eines nachsynodalen Schreibens stellt: Der Papst soll als oberster Zeuge des Glaubens der gesamten Kirche sprechen, als Garant der Übereinstimmung der Kirche (…) mit dem Evangelium Christi und der Überlieferung der Kirche. Graulich ergänzt: Im Hinblick auf Lehre und Moral bedarf es der Einheitlichkeit. Denn katholisch ist nach der Definition des Vinzenz von Lérins, was überall, immer und von allen geglaubt wurde.

In der Anlage und in einigen Teilen verstößt das päpstliche Schreiben gegen diese Prinzipien der Katholizität.

Keine biblische Warnung vor der Sünde, keine Mahnung Christi zur Umkehr

  • Markus Graulich bemängelt, in der Kirche werde die Realität der Sünde nicht beachtet: In der Verkündigung kommt der Begriff ‚Sünde’ kaum noch vor. Alles scheint erlaubt. Die klare Botschaft Jesu, dass zur Annahme des Glaubens die Umkehr und die Bereitschaft gehören, Gottes Gebot zu leben, wird zum großen Teil unter den Tisch fallen gelassen.
Pater Markus Graulich SDB
Pater Markus Graulich SDB

Auch in dem nachsynodalen Schreiben werden Begriff und Realität der Sünde ausgeblendet. Der Papst hat sich der Forderung der deutschen Sprachgruppe angeschlossen, nicht mehr in normativen und negativ abgrenzenden Wendungen zu sprechen. Unter dieses Verdikt fallen dann auch die Verbote des Dekalogs – etwa: Du sollst nicht ehebrechen! Bei den ‚Liebesfreuden’ von Mann und Frau wird ebenfalls nicht mehr von Defiziten oder gar Sünde gesprochen. Man findet in dem Schreiben zahlreiche Worte von Ermutigung, Wertschätzung und Verständnis für die Schwächen und Fehler der Menschen – aber die Warnung vor der Sünde des Ehebruchs nicht. Und die Mahnung Christi zur Umkehr will man den Christen auch nicht mehr zumuten. Der Papst öffnet Türspalte und konstruiert Schlupflöcher für Menschen in ehebrecherischen Beziehungen. Dagegen fallen die klaren Worte Christi gegen Ehebruch und Wiederverheiratung unter den Tisch: Wer eine Geschiedene heiratet, begeht Ehebruch (Mt 5,32).  Der Papst schärft den Priestern ein, Ehebrecher und Ehebrecherinnen nicht zu verurteilen. Aber das Folgewort Jesu unterschlägt er: Gehe hin und sündige nicht mehr!  Der Papst zitiert das Evangelium selektiv.

Jesus sagt, der Ehebruch fängt mit dem begehrlichen Blick an (Mt 5,27). Und: Die Sünden wie Ehebruch und Hurerei kommen aus dem Herzen der Menschen (Mt 5,19).  Deshalb sind sie dafür verantwortlich. Franziskus dagegen erklärt die Sünden zu äußeren Verwundungen. Für die Verletzungen von außen aber hat der Mensch keine Verantwortung. Die Priester werden zu Krankenpflegern degradiert. Denndie Aufgabe der Kirche gleicht dem des Feldlazaretts (Nr. 291). In solchen Wendungen und weiten Teilen seines Schreibens bricht der  Papst mit der biblischen und kirchlichen Überlieferung.

Nach päpstlichem Neusprech steckt in jeder Unvollkommenheit graduelle Positivität

  • Christus mahnt seine Jünger im Evangelium, nach der Vollkommenheit des göttlichen Vaters zu streben (vgl. Mt 5,48). Entsprechend lehrt die Kirche seit jeher, dass alle Christen zur Heiligkeit berufen sind.

Der Papst relativiert diesen evangelischen Lebensansatz von Christen und Kirche. Die bisherige moraltheologische Unterscheidung von Sünde und Gutsein wird als Schwarzweiß-Denken desavouiert. An die Stelle tritt das neue Konzept der positiven Gradualität. Das wurde von Kardinal Schönborn entwickelt. Danach ist jede sündige Situation mit positiven Elementen der Wahrheit und Heiligkeitvermischt – mal mehr und mal weniger, eben graduell. Das Leben der Christen bewege sich in moralischen Grautönen. Sünde (schwarz) und Heiligkeit (weiß) werden zu Extrempolen ohne Relevanz für die Christen erklärt. Das nachsynodale Schreiben marginalisiert selbst die sakramentale Ehe zumallzu abstrakten theologischen Ideal. Damit wird sie als Maßstab für den Normalchristen irrelevant.

Schönborns neue Lehre von der moralischen Grauheit passt zu Franziskus’ neuer Barmherzigkeitsmoral.  So könnte die Kirche in jeder Sünde die ‚Positivität der Unvollkommenheit’ entdecken. Dazu dient die dialektische Begrifflichkeit, wie sie auch von Erzbischof Bruno Forte gebraucht wird, als Synoden-Sondersekretär Vertrauter des Papstes.  Der kuriale Neusprech ebnet den Weg für die neue Positiv-Pastoral – etwa bei vorehelichem Zusammenleben. Und auch in der Zweitehe könnte man nun die Paare ermutigen, in den positiven Dimensionen ihrer Liebe, Verantwortung und zeitweiligen Treue fortzuschreiten. Es entspricht der Logik dieses Ansatzes, dass damit auch diepositiven Elemente von Homo-Paaren gewürdigt werden könnten. Das ist zwar noch nicht im Synodenpapier geschehen, aber Kardinal Schönborn lässt das in seiner Diözese schon seit 15 Jahren praktizieren. Vor der weiteren Argumentation, auch im gelegentlichen Fremdgehen eine positive Bestärkung der ehelichen Liebe zu sehen, wird man hoffentlich zurückschrecken.

Ohne Maßstäbe und Regeln verkommt die kirchliche Pastoral zu Willkür

  • Prälat Graulich kritisierte einige Passagen des päpstlichen Schreibens, da sie zur Aufweichung jeder moralischen Norm genutzt werden können. Insbesondere die Aussagen im Hinblick auf irreguläre Situationen können einer Interpretation Vorschub leisten, die sich von der Lehre der Kirche entfernt. Außerdem würden bei den Ausnahmen weitergehende Konkretisierungen fehlen. Die Pastoral der Priester könnten daher in  mitleidigem Verständnis nur von subjektiven Kriterien geleitet werden.

Die neue Lehre der grau-vermischten Gradualität macht die bisherige Unterscheidung von regulären und irregulären Situationen obsolet. Mit der durchgehenden Qualifizierung von ‚sogenannter’ Irregularität will Franziskus offensichtlich den sündigen Zustand der ehebrecherischen Beziehungen verwischen und relativieren.

In diesem Punkt wird der Kontinuitätsbruch besonders deutlich. Franziskus zitiert zunächst Papst Johannes Paul II., dass es bei Gesetzen und Geboten keine Gradualität gebe. Klar, denn bei Abtreibung, Ehebruch, Diebstahl und Lüge gibt es kein ‚mehr Abtreibung’ oder ‚weniger Ehebruch’. Doch Franziskus macht genau das, was logisch und lehrmäßig nicht geht: Er wendet bei der Bewertung ehebrecherischer Beziehungen die Regeln der Gradualität an.

Auch in diesem Fall wird die Veränderung der Doktrin mit einer barmherzigen Pastoral übertüncht. Das Zauberwort heißt hier: pastorale Unterscheidung der sehr unterschiedlichen Situationen. Der Ort der Verwischung ist das Forum internum.  Das Gespräch mit dem Priester soll das Mehr oder Weniger des Ehebruchs abwägen.

Der Papst weiß um die schwerwiegende Gefahr falscher Auskünfte und dass die Priester schnell Ausnahmen gewähren können (Nr. 300). Aber genau das fördert er  durch sein Schreiben. Seine Weisungen führen zu uneinheitlichen Entscheidungen:

  • Franziskus erklärt die biblischen und kirchlichen Normen bei irregulären Beziehungen wie Zweitehen für nicht relevant. Aber nach welchen Kriterien soll die pastorale Unterscheidung getroffen werden, wenn der Papst ausdrücklich Regeln, Konkretisierungen und Orientierungen für diesen Unterscheidungsprozess ablehnt?
  • Im Forum internum sowie im Gewissen sollen klärende Rechtfertigungen und Entscheidungen getroffen werden. Doch ohne Bezug auf biblische und kirchliche Normen bleibt den Priestern nur subjektives Meinen. Auch das Gewissen der Betroffenen verkommt ohne Orientierung an allgemeinen und kirchlichen Normen zur Beliebigkeit der Situationsethik.
  • In den vielfach unklaren Aussagen zu ‚Forum internum’ und ‚Gewissensentscheidung’ (Nr. 300) können Priester und Betroffene einen Blankoscheck für Selbstexculpationen herauslesen.

Wenn keine Maßstäbe der Anwendung gelten, dann herrscht in der pastoralen Praxis Willkür: der eine Priester so, der andere anders; der eine Bischof hü, in der anderen Ortskirche hott.

Dieser Subjektivismus in der Pastoral stellt die Lehre der Kirche auf den Kopf:  Die gültige Lehre der Kirche lautet seit jeher, dass ein Christ bei schwerer Sünde ohne Umkehr den Stand der Gnade verliert. Nun verbreitet Franziskus die Ansicht: Es sei möglich, dass man mitten in einer objektiven Situation der Sünde, die subjektiv nicht oder nicht völlig schuldhaft ist, in der Gnade Gottes zu leben (Nr. 305). Philosophisch ausgedrückt: Es gibt ein gutes Leben im schlechten.

Auch die Logik der rationalen Ethik spricht gegen Franziskus’ Kehrtwende. Denn die folgende Einsicht ist logisch unabweisbar: Innerhalb von irregulären Organisationen – etwa bei Räuberbanden oder der Mafia – erhalten Verhaltensweisen wie Treue, Verschwiegenheit, Zusammenhalt, Verantwortung, Solidarität etc. ein negatives Vorzeichen. Die rationale Regel dazu lautet: Umstände und Konstellationen können die Natur einer positiven Handlung ins Gegenteil verkehren.

Dagegen soll man nach der neuen jesuitischen Franziskus-Regel von der graduellen Positivität aller Handlungen und Haltungen von den bösen Rahmenbedingungen einer Tat absehen können. Anders gesagt: Auch in der mit einem ethischen Minuszeichen bewerteten Tat will Franziskus ein Plus entdecken können – wenn auch nur graduell oder ein klitzekleines. Darüber hinaus vernachlässigt der Papst die Ethiklehre der Kirche seit Augustinus, dass bestimmte Handlungen intrinsisch (also in sich) schlecht sind – etwa Abtreibung oder Ehebruch. Sie können demnach weder durch subjektives Gutmeinen noch durch objektive Umstände in erlaubte Taten verdreht werden.

 Der Papst verwässert die kirchliche Lehre

  • Prälat Graulich verweist auf kirchliches Recht und Tradition zu den Bischofssynoden, die dem Papst bei Bewahrung von Glaube und Sitte sowie der Wahrung der kirchlichen Disziplin hilfreich beistehen.

Die kirchliche Lehre besteht etwa darin, dass Gläubige, die hartnäckig in einer offenkundigen schweren Sünde verharren, vom Empfang der Kommunion ausgeschlossen sind.   Zu dieser Gruppe zählen nachFamiliaris consortio von Johannes Paul II. die Christen, die bei Gültigkeit einer sakramentalen Ehe im Ehebruch einer Zweitehe leben. Graulich gibt zu bedenken, dass die im päpstliche Schreiben aufgeführten mildernde Umstände die Bedingungen für den Kommunionempfang nicht aufheben könnten.

Doch genau darauf läuft das nachsynodale Schreiben hinaus. Der Papst verwässert und durchlöchert an mehreren Stellen die kirchliche Lehre:

  • Ehebruch wird von Franziskus nicht mehr wie von Jesus und der Kirche als ‚Ehebruch’ und ‚Sünde’ benannt, sondern zur ‚sogenannten irregulären Situation’  banalisiert.
  • Bei den zahllosen Unterschieden der konkreten Situationen (Nr. 300) sollen zahllose Türen zu Ausnahmen und Auswegen geöffnet werden für den, der das so haben will.
  • Die Logik der päpstlichen Relativierungen von Normen und Regeln laufen auf subjektive Selbstrechtfertigungen hinaus, die dann als Gewissensentscheidungen ausgegeben werden.
  • Die Warnung des Apostels Paulus vor dem unwürdigen Kommunionempfang wird beiseite geschoben. Franziskus ignoriert die ernsthafte Verletzung der Gottesgemeinschaft durch die schwere Sünde. Das Altarsakrament wird bedingungslos  als Glaubensstärkung für alle hingestellt.

Der Papst benutzt Äußerungen von Synodenbischöfen, um die Bewahrung von Glaube und Sitte zu konterkarieren und die Wahrung der kirchlichen Disziplin zu untergraben. Er ist kein Zeuge für die Einheitlichkeit des katholischen Glaubens, sondern ein Förderer der Zersplitterung.

Ehebruch und Ehebrecher verstehen, verzeihen, begleiten und eingliedern

  • Der Kurienprälat wird gefragt: Lässt sich Amoris laetitia so weit auslegen, dass damit die bisher in Deutschland vielfältig geübte Praxis gerechtfertigt würde – etwa im generellen Zuteilen der Kommunion an Gläubige in Zweitehen oder der Segensfeier für Paare im Ehebruch?

Pater Graulich hält solche Segensfeiern, wie sie die Freiburger Handreichungen erlauben, für nicht gedeckt durch das päpstliche Schreiben. In der Tat: Papst Franziskus hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bei den unendlichen Differenzierungen der ehelichen und außerehelichen Situationen keine generellen Regelungen anzuwenden seien. Andererseits ist in dieser Auflösung aller Handlungsnormen eine neue Generalregel versteckt: Gegenüber allen geschiedenen Zweitverheirateten und Ehebrechern soll die Kirche verstehen, verzeihen, begleiten und vor allem eingliedern (Nr. 312). Am Ende hinterlässt die Lektüre von Amoris laetitia den Eindruck, dass die Barmherzigkeit eben doch wie Helikoptergeld über alle ausgestreut werde.

Ein weiteres pastorales Zauberwort heißt ‚ Integration’ in die kirchliche Gemeinschaft: Es geht darum, alle einzugliedern in das Leben der Gemeinde (Nr. 296). Selbst ein Ehebrecher, der eine objektive Sünde zur Schau stellt, als sei sie Teil des christlichen Ideals, soll in einfache Aufgaben der Kirchengemeinde eingebunden werden. Die alte Kirche hatte für  öffentlich bekannte Sünder Zeichen und Zeiten der Buße auferlegt. Franziskus dagegen will solche pharisäische Sünder mit Integration belohnen. Bei irregulären Situationen der Sünde betont er stets eine differenzierte Unterscheidung für die Betroffenen. Zum sechsten Gebot dagegen scheint er die zentrale Unterscheidung zwischen gebotener ehelichen Treue und Ehebruch für weniger wichtig zu halten.

Franziskus hat Kardinal Schönborn zum offiziellen Vorsteller seines Schreibens gemacht. Der Papst übernahm viele Gedanken von ihm. Daher hat er ihn als großen Theologen geadelt. Insofern darf Schönborn als authentischer Interpret des Papst-Textes angesehen werden. Der Wiener Kardinal hat mit einem gewissen selbstgefälligen Stolz herausgestellt, der Papst habe in seinem Schreiben bestätigt, was er in seiner Diözese schon seit 15 Jahren praktiziere: Die offizielle Zulassung von Zweitverheirateten zum Altarsakrament – bis hin zur Segnung von Paaren in einer Zweitehe, wie ein enger Mitarbeiter Schönborns nachschob. Der 15jährige Ungehorsam des Kardinals gegenüber der Lehre der Kirche sei durch den Papst belohnt worden. Diese Praxis des vorauseilenden (Un-)Gehorsams wolle man in Wien fortschreiben für andere Themenfelder z. B. die Segnung von Homo-Paaren. Diese entwaffnend offenen Vorstellungen des Wiener Theologe Wolfgang Bergmann werden mit einer entlarvenden Deutung des nachsynodalen Papiers begründet: Der Papst habe auf normative Vorgaben verzichtet. Damit habe er seinen Abschied vom Lehramt genommen.

Die Unklarheiten durch widersprüchliche Passagen scheinen Strategie zu sein

  • Prälat Graulich, Bischof Athanasius Schneider und andere Kirchenmänner bemängeln die Unklarheiten im päpstliche Schreiben sowie die daraus folgende Verwirrung in der kirchlichen Lehre und Disziplin. Auch weltliche Kommentatoren bezeichnen das Dokument als chaotisch oderschwammig .

Bei einer genauen Analyse des einschlägigen achten Kapitels ergibt sich, dass der Eindruck von Unklarheit durch widersprüchliche Aussagen erzeugt wird. Möglicherweise steckt darin zugleich eine Strategie, wie der Text auf unterschiedliche kirchliche Gruppen wirken soll:

Zur Beruhigung der konservativen Bischöfe und glaubenstreuen Katholiken sollen sicherlich Texteinschübe beitragen wie:
Die allgemeinen Normen stellen ein Gut dar, dass man nie vernachlässigen darf. Oder:
Auf die unverkürzte Vollständigkeit der Morallehre der Kirche ist zu achten. Und: Barmherzigkeit darf die Gerechtigkeit und Wahrheit nicht ausschließen. Außerdem beteuert Franziskus seine Treue gegenüber dem Evangelium und dessen Wahrheit. Diese Worte spiegeln Kontinuität in der kirchlichen Lehre vor.

Die Progressiven dürfen solche Sätze getrost überlesen. Sie scheinen auch wohl eher  eine Feigenblattfunktion zu haben. Denn in den folgenden Textaussagen spricht der Papst vielfach das Gegenteil aus wie: Barmherzigkeit ist die Fülle der Gerechtigkeit und Wahrheit. Oder: Die Orientierung an klaren Normen und Regeln führe zu einer kalten Schreibtischmoral und unerbittlichen Pastoral. Hinweise auf die kirchlich-moralischen Gesetze bei den sogenannten irregulären Situationen seien wie Felsblöcke, die man auf das Leben der Menschen werfe. Beichtväter, die sich an die kirchliche Disziplin halten, rückt das Schreiben in die Nähe von  Folterknechten.  Franziskus selbst schmälert die Anforderungen des Evangeliums, wenn er bei seinen 391 Zitaten nicht Christi Gebote und Verbote zur Ehe, seine Mahnungen zur Umkehr und seine Wehe-Rufe gegen Sünde und verstockte Sünder erwähnt. Der Papst verkürzt Christi biblische Lehre auf  Barmherzigkeit. Das dürfte eine Rückprojektion seiner willkürlichen Pastoral auf das Evangelium sein.

Die bisherige kirchliche Lehre wird für irrelevant erklärt

Aus dem Text kann sich jeder aus unterschiedlichen Passagen herauslesen, was er an Interpretationen hineinlesen will. Nach einer quantitativen und qualitativen Textanalyse wird allerdings auch klar, was die authentische Interpretationsabsicht des Papstes ist: Er hat die bisherigen kirchlichen Lehren und moralische Normen zwar nicht ausdrücklich aufgehoben. Aber für die Lebenspraxis der Kirche werden sie als irrelevant erklärt, ja sogar davor gewarnt. Mit dem Abschied von der Unterscheidung zwischen regulär und irregulär (Schönborn) hat der Papst die biblisch-kirchlichen Regeln als Maßstab des pastoralen Handelns abgeschafft. Im Übrigen trifft das Signal der Irrelevanz auch die Kurienmitarbeiter, die sich um die Lehre der Kirche und rechtlichen Regeln kümmern – wie etwa Kardinal Müller oder Prälat Graulich. Der Glaubenspräfekt sieht seine Rolle darin, das Pontifikat von Franziskus theologisch zu strukturieren. Bei dem nachsynodalen Schreiben zeigt sich, dass sich der Papst auf andere große Theologen stützt. Für Kardinal Müller blieb nur die nachträgliche Kommentierung übrig. Netter Versuch, spottete Christian Geyer in der FAZ, das Dokument nur auf die Lesart der Glaubenskongregation festzuklopfen.

Hoffen auf eine Kurskorrektur durch einen späteren Steuermann der Kirche

Amoris laetitia verstößt in Teilen gegen die Aufgabe des Papstes, Garant der Übereinstimmung der Kirche mit dem Evangelium Christi und der Überlieferung der Kirche zu sein – und damit Einheit und Katholizität zu wahren. Dieses Schreiben wird die praktische Spaltung der Kirche vertiefen:
Die Progressiven, Weltoffenen und Opportunisten werden mit Berufung auf den Papst und nach dem Vorbild von Kardinal Schönborn die biblisch-kirchliche Lehre bis zur Unkenntlichkeit verbiegen. Im Bistum Freiburg etwa wird man sich bestärkt fühlen, die Zweitehe von Geschiedenen weiterhin liturgisch abzusegnen. Das Bistum Trier will diese kirchenöffentliche Anerkennung von ehebrecherischen Zweitehen neuerdings einführen.

Auf der Gegenseite werden sich die glaubenstreuen Bischöfe, Priester und Katholiken weltweit an die (wenigen) Stellen im päpstlichen Schreiben halten, in denen die überlieferte kirchliche Lehre zum Ausdruck kommt. Darüber hinaus kann man die umstrittenen Stellen und Fußnoten notdürftig im Sinne einer Hermeneutik der Kontinuität interpretieren, wie das Kardinal Müller kürzlich bei seinem Vortrag in Spanien getan hat. Jedenfalls werden die konservativen Kräfte in Treue zum Evangelium festhalten an der bisherigen kirchlichen Lehre und insbesondere auf die Einhaltung der kirchlichen Sakramentenordnung achten. Die Bestärkung dieser Katholizität sollten sich die glaubenstreuen Kurienkardinäle zur Aufgabe machen. Für sie hat Christus gebetet, dass ihr Glaube nicht wanke. Und sie sollen ihre Brüder im Glauben stärken  (vgl. Lk 22,32).

Wenn Franziskus selbst seine widersprüchlichen und umstrittenen Aussagen nicht zurücknimmt, bleibt mit Prof. Spaemann nur zu hoffen, dass ein späterer Steuermann der Kirche die derzeitige Kursabweichung korrigiert.

Text: Hubert Hecker
Bild: MiL/Wikicommons

Jesus kommt bald!

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Februar 1998 / Dänemark Emanuel Minos 
Eine alte Dame von 90 Jahren aus Valdres in Norwegen erhielt 1968 eine Vision von Gott. Der Evangelist Emanuel Minos hielt Versammlungen ab in dem Ort, wo sie wohnte. Er Hatte sie getroffen, und sie erzählte ihm, was sie gesehen hatte. er schrieb es auf, meinte aber doch, dass es so unglaublich klang, und legte es in eine Schublade.

Dann, fast 30 Jahre später, begriff er, dass er über diese Vision mit anderen sprechen muss. Die Dame aus Valdres war eine wache und vertrauenswürdige Christin, vollkommen geistig auf der Höhe, die einen guten Ruf bei allen hatte, die sie kannten.

Hier was sie sah: „Ich sah die Zeit, kurz bevor Jesus kommt und der 3. Weltkrieg bricht aus . Ich sah die Ereignisse mit meinen natürlichen Augen. Ich sah die Welt wie eine Art Globus. Ich sah Europa, ein Land nach dem anderen. Ich sah Skandinavien. Ich sah Norwegen. Ich sah gewisse Szenen, die stattfinden werden, unmittelbar bevor Jesus wiederkommt, kurz bevor das letzte Unglück stattfindet. Ein Unglück, wie wir es noch nie zuvor erlebt haben!“

Sie nannte 4 Wellen!

1. Bevor Jesus wiederkommt und kurz bevor der „Dritte Weltkrieg“ ausbricht, wird es eine Art Entspannung geben, wie wir sie nie zuvor gehab haben! Es wird Frieden sein unter den Grossmächten in Ost und West und es wird ein langer Frieden sein. (Denkt daran, dass dies 1968 gesagt wurde, als der kalte Krieg auf seinem Höhepunkt war! E. Minos). In dieser Friedensperiode wird in vielen Ländern abgerüstet werden, auch in Norwegen, und wir werden nicht vorbereitet sein, wenn er losbricht. Der 3. Weltkrieg wird auf eine Weise beginnen, die niemand erwartet hat, von völlig unerwarteter Seite.

2. Unter den Christen wird eine laue Haltung ohnegleichen entstehen – ein Abfall vom wahren, lebendigen Christentum. die Christen werden nicht offen sein für ernste ermahnende, prophetische Verkündigung, bevor Jesus kommt.

Sie wollen nicht wie früher über Sünde und Gnade, Gesetz und Evangelium, Busse und Besserung hören. Statt dessen kommt ein Ersatz: Das Wohlstandsevangelium. Alles wird nur darum gehen, Erfolg zu haben, etwas darzustellen.

Es wird um materielle Güter gehen, Dinge, die Gott uns niemals auf diese Weise versprochen hat. Kirchen, Gebetshäuser und freikirchliche Gemeindehäuser werden immer leerer werden. (andererseits werden mit Millionenaufwand neue Prestigebauten errichtet!) Statt der Verkündigung, wie wir sie durch Generationen hindurch gewohnt waren, z. B. sein Kreuz auf sich zu nehmen und Jesus nachzufolgen, wird Unterhaltung, Kunst und Kultur die Kirchen, Bethäuser und Kapellen erobern, dort wo man um Erneuerung, Heiligung und Zubereitung auf die Wiederkunft Jesu flehend ringen sollte. Das wird in zunehmendem Masse so sein, kurz bevor Jesus wiederkommt.

3.Es wird einen moralischen Verfall geben, wie ihn das alte Norwegen so nie zuvor erlebt hat. Die Leute werden in wilden Ehen zusammenleben. (Das war 1968, und ich glaube nicht, dass es zu der Zeit den Begriff Zusammenleben, wilde Ehe, gab. E. Minos).

Große Unreinheit vor der Ehe und Untreue in der Ehe wird ganz natürlich sein und man wird es auf alle mögliche Weise entschuldigen. Das wird sich sogar in die christlichen Kreise einschleichen und wir dulden das. Auch das Widernatürliche (die Homosexualität) ist Sünde!

Kurz bevor Jesus wiederkommt wird Fernsehsendungen geben, wie wir sie nie zuvor erlebt haben. (Fernsehen war gerade 1968 nach Norwegen gekommen. E. Minos). Das Fernsehen wird mit Gewalt, grausamer Gewalt erfüllt sein, so dass die Menschen lernen zu morden und sich gegenseitig zu zerstören und man wird sich auf unseren Strassen unsicher fühlen.

Die Leute werden das nachahmen, was sie sehen. Es wird nicht nur eine Station im Fernsehen geben. (Sie kannte den Begriff “ Kanal“ den wir heute gebrauchen nicht. Daher nannte sie die Kanäle „Stationen“ E. Minos). Es wird genauso sein wie beim Radio, wo wir einen Sender nach dem anderen einschalten können und es wird voller Gewalt sein. Die Leute werden es als Unterhaltung benutzen.

Wir werden fürchterliche Szenen von Mord und gegenseitiger Zerstörung sehen – und das wird sich und der ganzen Gesellschaft ausbreiten. Auch Szenen der körperlichen Gemeinschaft in der Ehe werden im Fernsehen gezeigt werden. Das intimste Geschehen in der Ehe wird auf dem Bildschirm erscheinen. ( Das war 1968, und ich hatte protestiert mit dem Hinweis, dass wir Paragraphen haben, die so etwas verbieten. E. Minos). Da sagte die alte Dame: „Es wird so geschehen, und du wirst das sehen. Alles, was wir früher hatten, werd niedergerissen werden, und das Unanständigste wird unseren Augen gezeigt werden.“

4. Menschen aus armen Ländern werden nach Europa strömen. (1968 gab es so etwas wie Einwanderung noch nicht. E. Minos). Sie werdenauch nach Skandinavien kommen und Norwegen. Es werden so viele sein, dass die Leute negativ über sie denken und sie hart behandeln werden.

Sie werden behandelt werden wie die Juden vor dem Kriege. Dann wird das Mass unserer Sünden erreicht sein. (Ich protestierte über die Sache mit der Einwanderung. Ich verstand das zu dem Zeitpunkt nicht. E. Minos). Da strömten Tränen über die Wangen der alten Dame. „Ich kriege das nicht zu sehen, aber du wirst es sehen können.“ Dann kommt Jesus plötzlich wieder und der 3. Weltkrieg bricht!

Es wird ein kurzer Krieg sein. (Sie konnte ihn in ihrer Vision sehen.) Alles, was ich an Krieg vorher gesehen habe, ist das reinste Spiel im Verhältnis zu dem, und er endet mit Atombomben. Die Luft wird so verunreinigt sein, dass man nicht atmen kann.

Er wird über mehrere Kontinente kommen: Amerika, Japan, Australien und die reichen Länder. Das Wasser wird verdorben sein. Wir werden den Boden nicht mehr bearbeiten können. Das Resultat wird sein, dass nur ein Rest übrig bleiben wird. Und der Rest aus den reichen Ländern wird versuchen in die armen Länder zu fliehen, aber die werden ebenso hart uns gegenüber sein, wie wir zu ihnen waren. Ich bin so froh, dass ich das nicht mehr zu sehen brauche, aber wenn die Zeit sich naht, musst du Mut fassen und es sagen. Ich habe es von Gott empfangen. Nichts von dem allen ist im Gegensatz zu dem, was die Bibel sagt. Aber derjenige, dem seine Sünde vergeben ist und der Jesus als Herrn und Erlöser hat, ist geborgen.“

Wenn das Öl fliesst!

Ein Ältester aus der Pfingstgemeinde in Moss, Norwegen, Martin Andersson, war 1937 Zeuge dieser Prophetie in Moss.“ Wenn Öl aus der Nordsee und entlang der norwegischen Küste kommen wird, werden Dinge anfangen zu geschehen und Jesu Wiederkunft naht.“

Während dieser Worte standen die Leute in der Versammlung auf und baten den Mann, sich zu setzen und aufzuhören, solchen Quatsch zu erzählen. Denn 1937 war es Unsinn, davon zu sprechen, dass Öl entlang der norwegischen Küste gepumpt werden sollte. Heute sind alle grossen Ölgesellschaften der Welt dabei, Öl an Norwegens Küste zu fördern. Norwegen ist nach Saudi-Arabien der zweitgrösste Öl-Exporteur der Welt.

Jesus kommt bald!

Die Ereignisse der Endzeit und Jesu Wiederkunft gelten nicht nur einem einzigen Land wie Norwegen. Jesu Wiederkunft betrifft uns alle und niemand kann sich dem entziehen. Gleichzeitig können wir die Entwicklung in der Vision wieder erkennen, die Gott vor 30 Jahren unserer älteren Schwester im Herrn in Valdres gegeben hat.

Jesus kommt bald!

Gib dein Leben Jesus, wenn du es noch nicht getan hast. Lies das Wort Gottes, bete zu deinem himmlischen Vater und suche nach einer gesunden christlichen Gemeinschaft. Lerne den Herrn immer besser kennen und mach ihn bekannt!

Bereite dich vor, deinem Gott zu begegnen und hilf anderen dazu!

Von: Emanuel Minos aus Dänemark

Träume und Visionen – wie Muslime heute Jesus erfahren

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Unbemerkt von der Weltöffentlichkeit vollzieht sich in der muslimischen Welt eine unvergleichliche Bewegung: Muslime erzählen, dass Jesus ihnen in Träumen oder Visionen erschienen ist und sie in seine Nachfolge gerufen hat. Dies geschieht u.a. in Ägypten, Saudi-Arabien, Iran, Jordanien, Syrien, Irak, Israel, Afghanistan und zentralasiatischen Ländern. Bis vor etwa 15 Jahren waren das nach Einschätzung von Tom Doyle einzelne Berichte, die er damals nicht ernst genommen habe. Aber inzwischen erzählen 25-30% der Konvertiten, dass Jesus ihnen im Traum oder in Visionen erschienen ist. Viele führt er dann zu anderen Konvertiten, um eine Einführung in den Glauben zu bekommen. Andere nutzen heimlich christliche Fernsehsender, um mehr zu erfahren. Viele Konvertiten gehen mit ihrem Glaubenswechsel ein hohes Risiko ein. Doyle berichtet stellvertretend für andere von einer jungen Frau, die nach ihrer Konversion vom eigenen Bruder ermordet wird.
Die beiden Autoren schreiben sehr anschaulich, mit viel Lokalkolorit und Einblicken in die Kultur, sehr spannend und emotional. Tom Doyle kennt alle Personen, von denen er erzählt, persönlich und hat die Berichte überprüft.

www.thalia.at/

http://www.amazon.de/Tr%C3%A4ume-Visionen-Muslime-erfahren-Geschichten/dp/3765542105/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1461178608&sr=1-1&keywords=visionen+und+tr%C3%A4ume

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Amoris Laetitia – Kritik

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Roberto de Mattei: Amoris Laetitia ist ein „katastrophales Dokument“

Amoris Laetiatia "ein katasrophales Dokument"

Amoris Laetiatia „ein katasrophales Dokument“ von Roberto de Mattei*

Mit dem am 8. April veröffentlichten Apostolischen Schreiben Amoris Laetitia äußerte sich Papst Franziskus offiziell zu Problemen der Ehemoral, über die seit zwei Jahren diskutiert wird.

Beim Kardinalskonsistorium vom 20./21. Februar 2014 hatte er Kardinal Walter Kasper die Aufgabe anvertraut, die Debatte zu diesem Thema zu eröffnen. Die These von Kardinal Kasper, laut der die Kirche ihre Ehepraxis zu ändern habe, bildete das Leitmotiv der beiden Familiensynoden von 2014 und 2015 und bildet heute das Gerüst des Schreibens von Papst Franziskus.

„Eine gefährliche schizophrene Pathologie“

Im Laufe dieser zwei Jahre haben illustre Kardinäle, Bischöfe, Theologen und Philosophen in die Debatte eingegriffen, um aufzuzeigen, daß es zwischen der Lehre und der Praxis der Kirche eine innige Übereinstimmung geben muß. Die Seelsorge beruht auf der dogmatischen und moralischen Doktrin.

„Es kann keine Seelsorge geben, die im Mißklang mit der Wahrheit der Kirche und ihrer Moral und im Gegensatz mit ihren Gesetzen ist und nicht auf die Erreichung des Ideals des christlichen Lebens ausgerichtet ist!“, so Kardinal Velasio De Paolis in seinen Ausführungen vor dem Kirchengericht von Umbrien vom 27. März 2014.

Die Idee, das Lehramt von der seelsorglichen Praxis, die sich je nach Umständen, Moden und Leidenschaften entwickeln könnte, zu trennen, ist laut Kardinal Robert Sarah „eine Form von Häresie, eine gefährliche schizophrene Pathologie“ (La Stampa, 24. Februar 2015).

Der Umsturz  liegt darin, „sich keine generelle Regelung erwarten zu dürfen“

In den Wochen, die dem nachsynodalen Schreiben vorausgegangen sind, haben sich die öffentlichen und privaten Interventionen von Kardinälen und Bischöfen beim Papst vervielfacht, mit dem Ziel, die Veröffentlichung eines Dokuments voller Fehler abzuwenden, die durch eine Vielzahl von Abänderungsempfehlungen deutlich wurden, welche die Glaubenskongregation am Entwurf anbrachte. Franziskus machte aber keinen Schritt zurück, sondern scheint die Letztfassung des Schreibens, oder zumindest einige der Schlüsselstellen, der Hand von Theologen seines Vertrauens überlassen zu haben, die eine Neuinterpretation des heiligen Thomas von Aquin im Licht der Hegelschen Dialektik versuchten. Die Theologie der Praxis schließt nämlich jede doktrinelle Aussage aus und überläßt es der Geschichte, die Verhaltenslinien für das menschliche Handeln abzustecken. Deshalb „kann man verstehen“, so Papst Franziskus, „dass man von der Synode oder von diesem Schreiben keine neue, auf alle Fälle anzuwendende generelle gesetzliche Regelung kanonischer Art erwarten durfte“ (Amoris Laetitia, 300). Wenn man davon überzeugt ist, daß die Christen sich in ihrem Verhalten nicht nach absoluten Grundsätzen auszurichten, sondern auf die „Zeichen der Zeit“ zu hören haben, wäre es in der Tat ein Widerspruch, Regeln welcher Art auch immer zu formulieren.

Alle erwarteten sich die Antwort auf eine grundlegende Frage: Können jene, die nach einer ersten Ehe standesamtlich erneut heiraten, das Sakrament der Eucharistie empfangen? Auf diese Frage hat die Kirche immer mit einem kategorischen Nein geantwortet. Die wiederverheirateten Geschiedenen können die Kommunion nicht empfangen, weil ihr Lebensstand und ihre Lebensverhältnisse in objektivem Widerspruch stehen „zu jenem Bund der Liebe zwischen Christus und der Kirche, den die Eucharistie sichtbar und gegenwärtig macht“ (Familiaris Consortio, 84).

„Kommunionverbot für wiederverheiratete Geschiedene gilt nicht mehr absolut“

Handgeschriebens Billet von Papst Franziskus zur Veröffentlichung von Amoris Laetitia

Handgeschriebens Billet von Papst Franziskus zur Veröffentlichung von Amoris Laetitia

Die Antwort des nachsynodalen Schreiben lautet hingegen: grundsätzlich Nein, aber „in gewissen Fällen“ (Amoris Laetitia, 301, Fußnote 351). Die wiederverheirateten Geschiedenen sollen „integriert“ und nicht ausgeschlossen werden (Amoris Laetitia, 299). Ihre Integration kann „in verschiedenen kirchlichen Diensten zum Ausdruck kommen: Es ist daher zu unterscheiden, welche der verschiedenen derzeit praktizierten Formen des Ausschlusses im liturgischen, pastoralen, erzieherischen und institutionellen Bereich überwunden werden können“ (Amoris Laetitia, 299), ohne die Sakramentenordnung auszuschließen (Amoris Laetitia, Fußnote 336).

Tatsache ist: Das Kommunionverbot für wiederverheiratete Geschiedene gilt nicht mehr absolut. Der Papst erlaubt nicht als allgemeine Regel die Kommunion für die Geschiedenen, er verbietet sie aber auch nicht. Kardinal Caffarra betonte in seiner Zurückweisung der Kasper-These: „Hier legt man Hand an die Doktrin. Zwangsläufig. Man kann auch sagen, daß man es nicht tut, aber man tut es. Und nicht nur das. Man führt einen Brauch ein, der diese Vorstellung langfristig nicht nur im christlichen Volk verankern wird: Es existiert keine absolut unauflösliche Ehe. Und das ist mit Sicherheit gegen den Willen des Herrn. Darüber gibt es keinen Zweifel“ (Interview in Il Foglio, 15. März 2014).

Für die Theologie der Praxis zählen nicht die Regeln, sondern die konkreten Fälle. Und was Abstraktum nicht möglich ist, ist Konkretum möglich. Kardinal Burke bemerkte jedoch richtiggehend: „Wenn die Kirche den Empfang der Sakramente (auch nur in einem Fall) einer Person erlauben würde, die sich in einer irregulären Situation befindet, würde das bedeuten, daß die Ehe entweder nicht unauflöslich ist, und damit diese Person nicht im Stand des Ehebruchs lebt, oder daß die heilige Kommunion nicht Gemeinschaft im Leib und Blut Christi ist, die hingegen die rechte Disposition der Person erfordert, nämlich die schwere Sünde zu bereuen und die feste Absicht, nicht mehr zu sündigen“ (Interview von Alessandro Gnocchi in Il Foglio, 14. Oktober 2014).

Welcher Hirte wird es noch wagen, die Kommunion zu verweigern?

Die Ausnahme ist zudem bestimmt, zur Regel zu werden, weil das Zugangskriterium zur Kommunion in Amoris Laetitia der „persönlichen Unterscheidung“ des Einzelnen überlassen wird. Die Unterscheidung erfolgt „Fall für Fall“ durch „das Gespräch mit dem Priester im Forum internum“ (Amoris Laetitia, 300). Welche Seelenhirten werden es aber noch wagen, den Zugang zur Eucharistie zu verweigern, wenn „das Evangelium selbst von uns verlangt, weder zu richten, noch zu verurteilen“ (Amoris laetitia, 308), und man „alle einzugliedern“ (Amoris laetitia, 297) und „die konstitutiven Elemente in jenen Situationen zu würdigen“ hat, „die noch nicht oder nicht mehr in Übereinstimmung mit ihrer Lehre von der Ehe sind“ (Amoris Laetitia, 292)?

Hirten, die die Gebote der Kirche einfordern möchten, riskieren laut dem päpstlichen Schreiben, sich „wie Kontrolleure der Gnade und nicht wie ihre Förderer“ zu verhalten (Amoris Laetitia, 310). „Daher darf ein Hirte sich nicht damit zufrieden geben, gegenüber denen, die in ‚irregulären‘ Situationen leben, nur moralische Gesetze anzuwenden, als seien es Felsblöcke, die man auf das Leben von Menschen wirft. Das ist der Fall der verschlossenen Herzen, die sich sogar hinter der Lehre der Kirche zu verstecken pflegen, »um sich auf den Stuhl des Mose zu setzen und – manchmal von oben herab und mit Oberflächlichkeit – über die schwierigen Fälle und die verletzten Familien zu richten«“ (Amoris Laetitia, 305).

Kaspers Forderung verschämt in einer Fußnote versteckt

Diese ungewohnte Sprache, härter als die Herzenshärte, die den „Kontrolleuren der Gnade“ vorgeworfen wird, ist das Unterscheidungsmerkmal von Amoris Laetitia. Keineswegs zufällig bezeichnete sie Kardinal Christoph Schönborn bei der Pressekonferenz vom 8. April  als „ein sprachliches Ereignis“.

„Meine große Freude über dieses Dokument“, sagte der Kardinal aus Wien, liege darin, daß es „konsequent die künstliche, äußerliche, eindeutige Unterscheidung zwischen regulär und irregulär überwindet“.

Die Sprache drückt, wie immer, einen Inhalt aus. Die Situationen, die das nachsynodale Schreiben nur als „sogenannte irreguläre“ bezeichnet, sind der öffentliche Ehebruch und das außereheliche Zusammenleben. Für Amoris Laetitia verwirklichen sie das Ideal der christlichen Ehe, wenn auch nur „teilweise und analog“ (Amoris Laetitia, 292).

Aufgrund der Bedingtheiten oder mildernder Faktoren ist es möglich, dass man mitten in einer objektiven Situation der Sünde – die nicht subjektiv schuldhaft ist oder es zumindest nicht völlig ist – in der Gnade Gottes leben kann, dass man lieben kann und dass man auch im Leben der Gnade und der Liebe wachsen kann, wenn man dazu die Hilfe der Kirche bekommt“ (Amoris Laetitia, 305) – „in gewissen Fällen könnte es auch die Hilfe der Sakramente sein“ (was etwas verschämt in der dazugehörigen Fußnote 351 steht).

Amoris Laetitia Ausdruck der von den Päpsten verurteilten „neuen Moral“

Gemäß katholischer Moral können die Umstände, die den Kontext bilden, in denen eine Handlung stattfindet, die moralische Qualität der Handlung weder ändern noch eine in sich schlechte Handlung richtig und gut machen. Die Doktrin des moralisch Absoluten und des intrinsece malum wird durch Amoris laetitia im Nichts aufgelöst. Das neue päpstliche Schreiben paßt sich der „neuen Moral“ an, die von Pius XII. in zahlreichen Dokumenten und von Johannes Paul II. in Veritatis splendor verurteilt wird.

Die Situationsmoral überläßt es den Umständen und im Letzten dem subjektiven Gewissen des Menschen zu bestimmen, was gut und was böse ist. Der außereheliche Geschlechtsverkehr wird nicht als an sich unerlaubt gesehen, sondern sei – da ein Akt der Liebe – nach seinen Umständen zu bewerten.

Allgemeiner gesprochen gibt es demnach weder das in sich Böse nicht noch eine schwere Sünde oder Todsünde. Die Gleichsetzung zwischen Personen im Stand der Gnade (reguläre Situationen) und Personen im Zustand anhaltender Sünde (irreguläre Situationen) ist nicht nur sprachlicher Art: Ihr scheint die lutherische Theorie vom Menschen simul iustus et peccator zugrundezuliegen, die durch das Dekret über die Rechtfertigung vom Konzil von Trient verurteilt wurde (DH, 1551-1583).

Amoris Laetitia „viel schlimmer“ als Kaspers Rede von 2014

Das nachsynodale Schreiben Amoris Laetitia ist viel schlimmer als die Rede von Kardinal Kasper vom Februar 2014, gegen die sich zu recht so viel Kritik in Büchern, Artikeln und Interviews gerichtet hat. Kardinal Kasper hatte einige Fragen gestellt. Das Schreiben Amoris Laetitia liefert die Antwort: Es öffnet den wiederverheirateten Geschiedenen die Tür, es kanonisiert die Situationsmoral und leitet einen Normalisierungsprozeß für alle Formen des Zusammenlebens more uxorio ein.

In Anbetracht der Tatsache, daß das neue Dokument zum nicht unfehlbaren ordentlichen Lehramt gehört, bleibt zu hoffen, daß es zum Gegenstand einer gründlichen kritischen Analyse von Seiten der Theologen und Hirten der Kirche wird, ohne sich der Illusion hinzugeben, darauf die „Hermeneutik der Kontinuität“ anwenden zu können.

Der Text ist katastrophal. Noch katastrophaler ist, daß er vom Stellvertreter Christi unterzeichnet ist. Für jene aber, die Christus und Seine Kirche lieben, ist das ein guter Grund, zu reden und nicht zu schweigen. Machen uns also die Worte von Msgr. Athanasius Schneider, eines mutigen Bischofs zu eigen:

„‚Non possumus!‘ Ich werde weder ein nebulöses Gerede noch eine geschickt getarnte Hintertür zur Profanierung des Sakramentes der Ehe und der Eucharistie akzeptieren. Ebensowenig werde ich es akzeptieren, daß man sich über das Sechste Gebot Gottes lustig macht. Ich ziehe es lieber vor, verlacht und verfolgt zu werden, als zweideutige Texte und unehrliche Methoden zu akzeptieren. Ich ziehe das glasklare ‚Antlitz Christi, der Wahrheit, dem Bild des mit Edelsteinen geschmückten Fuchses vor‘ (Hl. Irenäus), ‚denn ich weiß, wem ich Glauben geschenkt habe‘, ‚Scio cui credidi‘ (2 Tim 1,12).“

*Roberto de Mattei, Historiker, Vater von fünf Kindern, Professor für Neuere Geschichte und Geschichte des Christentums an der Europäischen Universität Rom, Vorsitzender der Stiftung Lepanto, Autor zahlreicher Bücher, zuletzt erschienen: Vicario di Cristo. Il primato di Pietro tra normalità ed eccezione (Stellvertreter Christi. Der Primat des Petrus zwischen Normalität und Ausnahme), Verona 2013; in deutscher Übersetzung zuletzt: Das Zweite Vatikanische Konzil – eine bislang ungeschriebene Geschichte, Ruppichteroth 2011. Die Zwischentitel stammen von der Redaktion.

Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: MiL (Screenshot)

Amoris Laetitia – Kommentar

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„Natürlich kommentiert auch Antonio Socci im Libero die Exhortation „Amoris Laetitia“ und kommt zu einem anderen, eindeutigen Ergebnis als so mancher andere….wir haben sein Urteil bei rorate caeli gefunden. Anders als sonst oft wird bei twitter u.a. von ewtn dazu aufgefordert, Soccis Text zu lesen, was sicher nicht bedeutungslos ist. Hier geht´s zur englischen Übersetzung bei rorate caeli:  klicken und hier zum italienischen Original:  klicken

„BERGOGLIO GEGEN JESUS: DER PAPST DER GLAUBT, BESSER ZU SEIN ALS UNSER ERLÖSER“

„DIE APOSTOLISCHE EXHORTATION IST EIN WENDEPUNKT IN DER KATHOLISCHEN LEHRE“

„Die Todsünde wird durch soziale Sünde ersetzt und die Tür zur Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen ist geöffnet: die wahre Sünde ist, die „Armen zu ignorieren,“

Hatte Kardinal Kasper Recht, als er vor einem Monat die „große Revolution“ verkündete? Mit der Apostolischen Exhortation „Amoris Laetitia“ wirft Bergoglio das Lehramt der Kirche über den Haufen, und stellt sich selbst über das Wort Christi und über Gottes Gebote?

Mit Worten sagt er, daß er die Doktrin nicht ändert. Aber mit Taten hat er heute den Weg für etwas geebnet, das bisher durch die Hl. Schrift und die Kirche verboten war. Eine Operation „Zweifel-Wahrheit“ ist in der Zweideutigkeit vager und irreführender Erklärungen verborgen. Warum? Um die Revolution zu tarnen, wenn man annimmt, daß das Göttliche Gesetz in der Kirche nicht umgestoßen werden kann?
Ja, das ist es. Jedoch hauptsächlich ein vorsichtiger Gradualismus: die „gekochter-Frosch-Strategie“ wird auf die Kirche angewandt. Ein in kochendes Wasser geworfener Frosch würde sofort herausspringen. Wenn man ihn aber in lauwarmes Wasser tut und es nur allmählich erwärmt. endet er gekocht, ohne sich dessen bewußt zu werden.So sind wir in den letzten Monaten Zeugen geworden, wie Stück für Stück die Katholische Lehre zerstört wurde. Jeden Tag ein neuer Schlag. Am Ende wird die Kirche dazu gebracht werden, zu einer Art UN der Religionen zu verschmelzen, mit einem Touch Greenpeace und Gewerkschaft.
Ich wiederhole- es war Kardinal Kasper, der von einem „ersten Schritt“ in der „Revolution“ sprach und er war es auch, den Bergoglio benutzte, um beim Konsistorium im Februar 2014 die „Bombe“ der Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen zu werfen.

Diese Revolution wird ausgeführt, indem man die Todsünde abschafft. Kardinal Müller warnte zu Recht: „Der größte Skandal, den die Kirche machen kann, ist nicht, daß es in ihr Sünder gibt, es ist der, aufzuhören den Unterschied zwischen gut und böse zu benennen, ihn zu relativieren, d.h. auch aufzuhören zu erklären, was Sünde ist oder zu versuchen, sie zu rechtfertigen, um dadurch eine größere Nähe und Barmherzigkeit gegenüber den Sündern zu erreichen.“

Johannes Paul II hat erklärt, daß die größte mütterliche Barmherzigkeit der Kirche ist, die Sünder vor der Gefahr der Verdammung zu warnen. Das sollte die fundamentale Mission des Papstes sein: der Auftrag Jesu Christi ist es,“die Brüder im Glauben zu festigen“ nicht sie zu verwirren, zu destabilisieren und in die Irre zu führen. Aber wir haben das Zeitalter Bergoglios, Kardinal Müller, Wächter des Glaubens sagte in einem Interview mit der ZEIT vor 3 Monaten , er glaube nicht, daß Bergoglio ein Ketzer sei, aber er fügte hinzu:“es ist etwas völlig anderes, wenn eine öffentlich von der Kirche präsentierte Lehre vage und unglücklich formuliert wird.“

Angesichts der Rolle des Kardinals erscheinen diese Worte wie ein riesiger Brocken. Irreführend bedeutet, in die Irre zu führen, Und ist ein in die Irre führender Papst zulässig?

Darüber hinaus zeigt diese Exhortation, daß diese irreführende Zweideutigkeit kein ungewollter Zufall ist, sondern präzise Strategie. So weit, daß gestern eine hitzige Debatte über die Interpretation der Exhortation entbrannte, die auf die Unklarheit des Textes und seine beklagenswerten Widersprüche zurückzuführen ist.

So wird Verwirrung durch den Papst selbst erzeugt, der -nach der Schrift. verpflichtet sein sollte, mit absoluter Klarheit zu sprechen. „Aber Eure Sprache sei ja ja nein nein“- befiehlt Jesus und alles, was darüber hinausgeht ist von Übel.“ Im Kontrast dazu, sind heute die Doppelspur und die Doppelwahrheit manifest, wenn man sieht, wie die Bergoglio-Partei an der „Heimatfront“versucht, die Gläubigen zu beruhigen, indem er darauf besteht, daß nichts geändert würde ( warum dann die Kirche 2 Jahre lang durchschütteln und jetzt ein Dokument von 260 Seiten produzieren?) während sie außerhalb (der Kirche) die Fanfare des „Epochalen Wendepunktes“ blasen.

In der Tat: alle säkularen ultra-Bergoglianischen Zeitungen feiern das in ihren Schlagzeilen „Die Synode, die Öffnung von Papst Franziskus, mögliche Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen“ (Republicca)“ Papst öffnet Weg zu den Sakramente für die Wiederverheirateten“ (Corriere)

Warum weist Papst Bergoglio Pater Lombardi nicht an, diese Zeitungsinterpretationen zu dementieren ? Verglichen mit der Geschwindigkeit mit der das Geschwätz über seine physische Gesundheit dementiert wurde? Ist es nicht wichtiger, die Wahrheit des Glaubens gegen mögliche Fehlinterpretationen zu verteidigen als Gesundheitsprobleme zu leugnen?
Ein perfektes Beispiel für die raffinierte Zweideutigkeit war die ärgerliche Pressekonferenz zur Präsentation der Exhortation, die von Kardinal Schönborn geleitet wurde, der 2 Stunden lang versuchte, eine unhaltbare Position zu verteidigen.
Es ist die Doppelwahrheit, die heute im Vatican dominiert. Hier haben wir das bedauernswerte Beispiel dafür im Text der Exhortation. Um zu behaupten, -mit Worten-daß sich in der Lehre nichts geändert habe, mußte Bergoglio uns auf eine Weise daran erinnern, daß die Bedingungen, unter denen die Kirche bis jetzt wiederverheirateten Geschiedenen, die Teilnahme an der Kommunion erlaubte, war, daß sie wie Bruder und Schwester leben. Das war die Schlüsselstelle in „Familiaris Consortio “ von Johannes Paul II, das in Bergoglios Exhortation eine zentrale Rolle hätte spielen sollen, wäre die in Kontinuität mit dem immerwährenden Lehramt. Dennoch erwähnt Bergoglio sie nicht einmal in seinem Text, sondern drängt sie in eine Randbemerkung (Nr. 329) ab und sofort danach demoliert er sie, in dem er sagt, daß ohne gewisse Intimitäten Treue kompromittiert werden würde. Daraus können wir ableiten, daß es für Bergoglio keinerlei Unterschied mehr gibt zwischen Familien und irregulären Paaren- im Gegenteil: es gibt nicht länger irreguläre Situationen und es ist nicht länger möglich zu sagen, daß sie per se als Todsünde betrachtet werden. Das ist der Knackpunkt.

Tatsächlich, sogar wenn es nicht ausdrücklich gesagt wird- daß so ein Paar zum Sakrament der Kommunion zugelassen werden kann, versteht man es so, da das Fall für Fall entschieden wird,De facto widerspricht die Exhortation dem Buchstaben und dem Geist der Rechtfertigung des Konzils von Trient, der dogmatischen Konstitution Lumen Gentium und Johannes Pauls II Enzyklika über die Moral „Veritatis Splendor“. Als Tatsache bringt das Oberste Gesetzgeber der Kirche einen nicht in den Stand der Gnade und zur Rettung der Seelen als ein absolutes Gut, aber stellt eher soziale, soziologische und sentimentale Überlegungen an , die so die Gläubigen schwer in die Irre führen und über den Stand ihrer Seele täuschen vor Gott, und so ihre Rettung in schwere Gefahr bringt.
Bergoglio vermeidet es über das „Moralgesetz“ zu sprechen, in dem die Kirche über Jahrhunderte in Dogmen und kanonischen Dispositionen konzentriert hat oder er beschreibt es verächtlich als etwas „Abstraktes“ , das nícht auf konkrete Situationen angewendet werden kann. Indem er das tat, bestreitet er Jesus Christus selbst in seiner Konfrontation mit den Pharisäern zur Frage der Scheidung (Matth. 19, 3-12).In der Tat stellt Bergoglio fest, daß ein viel zu abstraktes und fast künstliches theologisches Ideal  von Ehe, weit entfernt von den konkreten Situationen und praktischen Möglichkeiten realer Familien“ (36) nicht vorgeschlagen werden solle, Das wäre eine „exzessive Idealisierung“ Und noch schlimmer „es gibt keine Notwendigkeit,begrenzten Personen die enorme Bürde aufzuerlegen, die perfekte Verbindung zwischen Christus und Seiner Kirche hzu reproduzieren,“ (122)
Zum Ausgleich führt Bergoglio neue schwere Sünden ein, Die, der sogenannten „Rigoristen“, schuldig, sich an Gottes Gesetz zu erinnern, aber vor allem,  die seine politischen Ideen über soziale Fragen nicht zu  teilen.

In Nr. 186 erinnert Bergoglio zum Schluss an die Passage beim Hl. Paulus, der aufruft, den Leib Christi auf würdige Weise zu empfangen, weil man sich sonst „die eigene Verdammung ißt und trinkt“. Jedoch sagt er in seiner Erklärung zur „würdigen Weise“ nicht „im Stand der Gnade“ wie die Kirche immer gelehrt hat. Er warnt die Paare die in Todsünde leben nicht, aber Familien die in ihrer eignen Bequemlichkeit verschlossen sind…die indifferent sind angesichts des Leidens der Armen und bedürftigen Familien“
Die moralische Sünde wird auf diese Weise reduziert, Bergoglio führt statt dessen soziale Sünden ein (oder sozialistische). Es könnte also so aussehen, als ob die, die seine Ideen über Immigragtion nicht teilen, beim Empfang der Kommunion vorsichtig sein sollten.
Quelle: http://beiboot-petri.blogspot.co.at/2016/04/antonio-socci-amoris-laetitia.html

A. Socci, Libero,  rorate caeli

Luther einmal anders – Die Dunkle Seite Martin Luthers – Dokumentation

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Wer heute Martin Luther verehrt, der durch die Übersetzung der Bibel ins Deutsche und den Anschlag seiner 95 Thesen in 1517 in Wittenberg berühmt wurde, dürfte sich wohl kaum bewusst sein, dass dieser Mann wiederholt zu Mord und Totschlag aufrief, Frauen missachtete, als Hexen verbrennen ließ und übelsten Antisemitismus predigte.

Auch wenn man meinen könnte, Luthers radikale Äußerungen gehören allesamt der Vergangenheit an, so gab es doch 1944 ein trauriges Wiedererstehen, als seine Hetzreden auszugsweise zitiert und damit versucht wurde, den Mord an Millionen Menschen auf absurde Weise ideologisch zu rechtfertigen.

Und dieses düstere Vermächtnis Luthers besteht weiter, solange er als „großer Deutscher“ verehrt wird. Wäre es also nicht dringend geboten, die dunklen Kapitel aus Luthers Weltsicht endlich allesamt öffentlich zu machen und aufzuarbeiten? Auch wenn dies bedeuten könnte, dass sich die lutherische Kirche konsequent von Luthers umstrittenem und unchristlichem Tun distanzieren müsste, wenn sie eine positive Rolle in der Gestaltung unserer demokratischen Gesellschaft einnehmen möchte.

Wenn dies nicht passiert, wer steht dafür ein, dass bei einem künftigen schweren gesellschaftlichen Konflikt nicht wieder Ähnliches passiert und Gewalt gegenüber unschuldigen Menschen mit Luthers Lehren gerechtfertigt wird?

Kardinal Müller: 500 Jahre Reformation? „Für Katholiken kein Grund zum Feiern“

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Kardinal Müller: "Für einen Katholiken gibt es keinen Grund den Beginn der Reformation zu feiern"
Kardinal Müller: „Für einen Katholiken gibt es keinen Grund den Beginn der Reformation zu feiern“

(Rom/Berlin) Das Luther-Jahr „500 Jahre Reformation“ rückt näher, und auch deutsche Katholiken drängt es, mitzufeiern. Manchen scheint gar nicht bewußt zu werden, welchen Peinlichkeiten sie sich dabei hingegeben. Das Amt für Jugendpastoral der Diözese Magdeburg beispielsweise will katholische Jugendliche zusammen mit protestantischen nach Rom karren, um Papst Franziskus „mit Luther 95 Thesen und Wünsche zur Ökumene“ zu übergeben. Man muß kein Hellseher sein, um zu erahnen, daß eine so abwegige Aktion kaum Vernünftiges hervorbringen kann, von Glaubenskraft ganz zu schweigen.

Ob solcher Luther-Begeisterung eigener Glaubensgeschwister reiben sich gläubige Katholiken ungläubig die Augen und diskutieren darüber, ob es sich dabei um eine fortgeschrittene Form der Protestantisierung oder schon um eine Art der Entchristlichung handelt.

Für Klarheit sorgt Kardinal Müller

Für Klarheit unter den Katholiken sorgt Kardinal Gerhard Müller, der Präfekt der römischen Glaubenskongregation. Es gebe keinen vernünftigen Grund für einen Katholiken, läßt er wissen, den Jahrestag der protestantischen Reformation zu feiern.

Die Aussage findet sich im neuen Gesprächsbuch „Informe sobre la Esperanza“ (Zur Lage der Hoffnung). Eine deutsche Ausgabe befindet sich in Vorbereitung und soll demnächst erscheinen.

Der 31. Oktober 1517 gilt als „Geburtsstunde“ des Protestantismus. Der runde Jahrestag soll feierlich begangen werden. Was aber haben die Katholiken damit zu tun, gegen deren Glauben sich die Reformation richtete? Rein gar nichts, sagt der Glaubenspräfekt.

„Wir Katholiken haben keinen Grund, den 31. Oktober 1517 zu feiern, das Datum, das als Beginn der Reformation betrachtet wird, die zur Spaltung der abendländischen Christenheit führen sollte.“

Damals machte Martin Luther, ein ehemaliger Augustiner-Eremit, seine 95 Thesen bekannt, mit denen er sich gegen die katholische Kirche wandte. Darin war zwar noch nicht die Rede von einer Trennung von der Kirche. Die Radikalität der Thesen bildete aber bereits den ersten Schritt dazu, wie überhaupt die Eckpunkte von Luthers Lehre schwer häretisch sind.

„Wenn wir überzeugt sind, daß die göttliche Offenbarung vollständig und unverändert in der Schrift und der Tradition, in der Glaubenslehre, den Sakramenten und der nach göttlichem Gesetz hierarchisch geordneten und auf das Weihesakrament gegründeten Kirche bewahrt sind, dann können wir es nicht akzeptieren, daß es ausreichend Gründe geben soll, sich von der Kirche zu trennen“, so Müller in seinem Buch.

Der Kardinal erinnert zudem an die vielen protestantischen Reformatoren, die nicht nur die damals regierenden Päpste, sondern das Papsttum insgesamt als „Antichrist“ bezeichneten, um „die Trennung“ von der katholischen Kirche zu „rechtfertigen“.

Kardinal Müller zitiert ihn nicht, doch wie kaum ein anderer zeigte der Kirchenrechtler und Rechtshistoriker Georg May Klarsicht und schrieb bereits 1975:

„Die katholische Kirche kann ihre gesamte Lehre entfalten, ohne den Namen Luther oder Reformation auch nur zu erwähnen. Der Protestantismus kann dagegen sein Dasein nicht begründen, wenn er nicht die katholische Kirche schlechtmacht. Der Protestantismus kann auch das Weiterbestehen der Spaltung nur damit erklären, daß er der katholischen Kirche unverändert Abfall vom Evangelium vorwirft. Von daher hat der durchschnittliche Protestant seine Geringschätzung der Katholiken und auch seine Abneigung gegen die Katholiken.“

Glaubenspräfekt zunehmend ein Kontrapunkt

Die Aussage des Glaubenspräfekten dürfte daher noch für Furore sorgen, denn die lutherischen Gemeinschaften rüsten eifrig zu Luther-Feiern.  Papst Franziskus selbst wird am 31. Oktober 2016 nach Stockholm reisen, um gemeinsam mit dem Lutherischen Weltbund an einem katholisch-lutherischen Reformationsgedenken teilzunehmen.

Hinter den Mauern des Vatikans sollen deshalb schon einige Funken geflogen sein. Daß Papst Franziskus nicht zum 500. Jahrestag am Reformationsgedenken teilnimmt, sondern am 499. Jahrestag („weil Luther 1516 noch katholisch war“), ist zwar ein Signal, aber im Gesamtkontext doch für viele ein kaum wahrnehmbares.

Die Klarheit des Glaubenspräfekten kann zwar nur zum Teil die weniger ausgeprägte Klarheit des Papstes ausgleichen, bildet aber einen unüberhörbaren Kontrapunkt.

Kardinal Levada, 2005-2012 Glaubenspräfekt unter Papst Benedikt XVI., der selbst fast 25 Jahre dieses Amt innehatte, waltete unscheinbar seines Amtes. Seither haben sich die Verhältnisse grundlegend geändert. Die Amtsführung von Papst Franziskus provoziert eine Gegenreaktion und weist dem Glaubenspräfekten eine zunehmend wichtigere Rolle zu, die Kardinal Müller auch bereit ist, auszufüllen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL

Die drei österlichen Tage vom Leiden, vom Tod und von der Auferstehung des Herrn

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Die heiligen drei Tage sind in Wirklichkeit nur ein einziger Tag. Wir begehen in diesen Tagen das eine Mysterium der Erhöhung Jesu, sein Hinübergehen aus dieser Welt zum Vater.

Das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern, der Tod am Kreuz, die Auferstehung am dritten Tag, darin entfaltet sich die eine unfassbare Wahrheit:

Gott hat die Menschen geliebt, und er liebt sie, auch wenn sie es nicht wissen und nicht wollen. Gott rettet die Menschen durch die Opferhingabe des ewigen, menschgewordenen Sohnes.

Höchstes Fest im Kirchenjahr

Ab dem 4. Jahrhundert wurde das höchste Fest im Kirchenjahr als dreitägige Feier gestaltet. Die Gottesdienste erstrecken sich seitdem in den meisten Liturgien von der Feier des Letzten Abendmahls am Gründonnerstagabend, über den Kreuzestod Jesu amKarfreitag und den Karsamstag als Tag der Grabesruhe Jesu bis zur Auferstehung von den Toten am Osterfest.

ostern

Feindbild Islamkritik

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Islamophob, Islamhasser, Rechtsradikal, Rassist, Nazi …
Wer heute noch über negative Fakten des Islams berichten will, muss eine regelrechte Medienjagd über sich ergehen lassen. Er wird verhöhnt, diffamiert und verunglimpft, ihm wird jede öffentliche Plattform genommen.
Warum eigentlich? Was haben Islamkritiker verbrochen? Darf man den Islam nicht wie alle andere Religionen kritisieren?
Ein Block von 57 islamischen Ländern unter der „Organisation der Islamischen Kooperation“ (OIC), arbeitet seit 1999 unermüdlich am Erlassen eines globalen Blasphemie-Gesetzes. Diese Anstrengung läuft unter dem Namen „Istanbul-Prozess“ und hat das Ziel, Islamkritiker international unter Strafe zu stellen.
Wird die freie Welt gegen diese aggressive Attacke Stand halten? Was glauben Sie?
Wir hoffen, dass sich spätestens jetzt Politik, Medien und Kirche gründlich mit dem Thema Islam auseinander setzen, anstatt es aus Feigheit zu verdrängen.